Augsburger Modell

   


                                                                      Prüfung am 18.07.2015

  

  

 

 

   Augsburger Modell unter der Leitung von Steffi Heizmann

 

                               

                                                                

 

Tuttlingen sz Den eigenen Hund alltagstauglich zu machen, ist das Anliegen des „Augsburger Modells“, das vom Verein für Deutsche Schäferhunde der Ortsgruppe Tuttlingen bereits im Jahr 1986 ins Leben gerufen wurde. Das Wissen und die Erfahrung der Mitglieder in Form von Kursen für Ausbildung und Erziehung an alle Hundehalter und für jeden Hund, unabhängig von einer Mitgliedschaft, weiterzugeben, ist der Leitgedanke des Modells. Das jüngste Training fand am vergangenen Samstag in der Fußgängerzone in Tuttlingen statt.

Treffpunkt ist an diesem Tag der Donauspitz. Um 13 Uhr stehen zehn Hundehalter mit ihren Vierbeinern bereit zum Training. Man sieht an den aufgeregten Bewegungen der Hunden, dass sie jetzt etwas erwartet: „Wir laufen jetzt gemeinsam in die Fußgängerzone und dort werden wir die Übungen mit dem Hund durchführen“, kündigt Hundetrainerin Stefanie Heizmann an.

Die erste Hürde

Doch die erste Hürde muss so manch kleinerer Hund schon vor der Fußgängerzone überstehen. Ziel ist es, in der ersten Übung auf dem Donauspitz die Gittertreppe zur Brücke hinaufzukommen. Die größeren Hunde haben damit weniger Probleme. Die Kleineren brauchen ein paar mehr Anläufe. Alle schaffen es schließlich doch und es kann weitergehen in die Innenstadt. In einer ruhigeren Nebenstraße erklärt Heizmann die nächste Übung, die darin besteht, dass der Hund in 15 Meter Entfernung ohne Leine zu seinem Herrchen läuft. „Sehr gut“, ruft die Hundetrainerinoft, da alle Hunde, ohne sich von den Passanten ablenken zu lassen, direkt zum Herrchen rennen. „Hier ist ganz klar erkennbar, dass jeder Hund eine Bindung zu seinem Herrchen hat“, lobt Stefanie Heizmann.

Danach geht es durch die Kreissparkasse. „Schiebetüren und ein anderer Boden können den Hund verunsichern“, macht die Hundetrainerin klar. Aber auch bei diesem Training haben die Hundehalter alles im Griff und somit auch die Hunde das volle Vertrauen.

Verhalten gegenüber Fremden

„So jetzt bilden wir einen Kreis“, ruft Heizmann auf dem Marktplatz. Zwei Personen mit Hund gehen aufeinander zu und begrüßen sich. Ziel sei es bei dieser Übung, dass der Hund die fremde Person nicht anspringt und dass auch die Hunde sich nicht gegenseitig beschnuppern. Nach ein paar Anläufen sitzt auch diese Übung. Besonders „Samy“ der Rasse „Border Collie“ von Andreas Kästle, macht bei den Übungen einen sehr guten Eindruck, ist vollkommen fixiert auf sein Herrchen und hält Blickkontakt: „Ich habe den Hund bekommen, da war er acht Wochen alt, und ich trainiere sehr oft mit ihm“, erklärt Kästle.

Bei einer weiteren Aktion lässt sich sehr gut erkennen, dass manche Hunde es gewohnt sind sitzenzubleiben, wenn sie angeleint sind und sich der Hundebesitzer entfernt. Manche Hunde allerdings, die meist noch sehr jung sind, müssen solch eine Situation noch lernen und versuchen sich hier ständig von der Leine wegzureißen und sind dabei sehr unruhig.

Der Gang über den Zebrastreifen ist für die Hunde an diesem Tag der Abschluss. Auch hier führen alle Hundehalter souverän ihre Vierbeiner über die Straße. Stefanie Heizmann beobachtet die Aktion und schließt diese Übung mit einem „sehr gut“ ab.

Die Sache mit dem „Geschäft“

„Nach einer Stunde sieht man es den Hunden an, dass sie vom Training erschöpft sind und die Konzentration nachlässt“, so Heizmann abschließend. Deshalb ist auch dieses Training im Rahmen des „Augsburger Modells“ nach einer Stunde erfolgreich und ohne Zwischenfälle zu Ende. Zu erwähnen bleibt, dass kein Hund während des Trainings in der Stadt oder auf die Grünflächen am Donauspitz sein „Geschäft“ verrichtet hat.

                     

Mit dem „Augsburger Modell“ startete der SV im Jahr 1986 eine bundesweite Initiative zur Einführung von Erziehungskursen für Hunde. Die Idee: das Wissen und die Erfahrung der Mitglieder in Form von Kursen für Ausbildung und Erziehung an alle Hundehalter und für jeden Hund, unabhängig von einer Mitgliedschaft, weiterzugeben. Beim Augsburger Modell sind deshalb Hundeliebhaber mit allen Rassen willkommen. (Zur Zeit nehmen 14 Personen teil.)

Heute bietet das Augsburger Modell eine praxisorientierte Hundeerziehung nach modernen Ausbildungsmethoden. Neben praktischen Übungen in Alltagssituationen wird den Teilnehmern im Verlauf des Kurses auch ein Basis-Sachkundewissen über das Verhalten des Hundes vermittelt. Unter Anleitung erfahrener Ausbilder bringen Frauchen oder Herrchen so ihren Vierbeinern das Hunde-ABC bei. Abschlussziel ist der alltagssichere Familienhund. 

Teilnehmen kann jeder Hund, gleich welcher Rasse, mit seinem Hundeführer. Wenigstens 12 Monate alt muss der Hund zu Beginn des Kurses sein. Wichtig: eine gültige Hundehalter-Haftpflichtversicherung und ein gültiges Impfbuch! Eine Mitgliedschaft des Eigentümers und/oder des Hundeführers ist nicht erforderlich.